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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Planung fürs Rentenalter – noch 15 Tage bis Buffalo

Den letzten längeren Urlaub vor dem Rentenantritt habe ich hinter mich gebracht (es bleibt mir immerhin noch eine Woche Resturlaub). Jetzt beginnt der Endspurt ….

Willi allein zu Hause – noch 15 Tage bis zur Rente
Willi allein zu Hause – noch 15 Tage bis zur Rente

Natürlich habe ich längst Pläne für mein Rentnerdasein geschmiedet. Es ist nicht so, dass ich nicht wüsste, was ich mit der endlich gewonnenen freien Zeit anfangen könnte. Da ist durch die vermaledeite Arbeit einiges liegen geblieben, zudem ich jetzt endlich kommen werde. Das fängt mit den Büchern an, die da vor mir liegen (vor meinem geistigen Auge, denn noch hucke ich im Büro) und endlich gelesen werden wollen.

Mich etwas sportlich zu betätigen, wird auch wieder Zeit (ich will ja länger etwas von meiner Rente haben). Die eine oder andere kleine Reise mit meiner Frau steht auf dem Programm. Es muss ja nicht gleich eine Weltreise werden (Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!).

Und da steht noch eine ‚Klampfe‘, warm und trocken, die darauf wartet, endlich ‚in Gang‘ gesetzt zu werden. So werde ich die sechs Saiten ins Schwingen bringen, wie ich es schon vor sehr langer Zeit getan habe (wenn es auch meist eine E-Bass-Gitarre war).


Black Out plays the Music of The Shadows – 1972-1989

Und dann sind da noch die Filmaufnahmen von diversen Reisen, die der Bearbeitung bedürfen (und neue kommen dann sicherlich hinzu). Vielleicht könnt Ihr die dann bei Youtube bewundern.

Es gibt viel zu tun: Packe ich es endlich an! Noch sind es aber 15 Arbeitstage bis Buffalo!

Besenkammer des Lebens – noch 16 Tage bis Ultimo

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Mit Arbeit versaut man/frau sich das ganze Leben. Wobei der Begriff ‚ganz‘ sicherlich verifiziert bzw. relativiert werden müsste. Natürlich wird nicht das ganze Leben lang gearbeitet. Ziehen wir Wochenenden, Feiertage, Urlaub und auch den einen oder anderen Krankheitstag ab, so bleiben in etwa 200 Tage im Jahr übrig. Und an einem Tag werden im Schnitt 8 Stunden, also 1/3 eines Tages gearbeitet.

Aber das ist jetzt schon eine Milchmädchenrechnung! Irgendwie muss die Fahrzeit zur und von der Arbeit mit eingerechnet werden. Und zu Hause wirkt die Arbeit gewissermaßen nach: „War das heute wieder für ein Tag …!“

Arbeit wird gern mit einer Tretmühle verglichen (eines Hamsters Tretmühle). Ich möchte sie hier mit einer Besenkammer vergleichen, in die wir in jungen Jahren eingesperrt werden. Und wird sie (die Tür zur Besenkammer) eines Tages geöffnet und wir frei gelassen, so sind wir gealtert und eigentlich schon reif für den Abgang (die Rentenversicherung würde’s freuen).

Willi in der Besenkammer des Lebens – noch 16 Tage bis zur Rente
Willi in der Besenkammer des Lebens – noch 16 Tage bis zur Rente

So oder so: Arbeit ist für den Arsch! Da jubelt mein Herz, wenn es sieht, dass es nur noch schlaffe 16 Tage sind, die mich von der ‚großen Freiheit‘ trennen: ‘raus aus der Tretmühle bzw. Besenkammer, hinein ins volle Leben!

Weihnachtliches Eichhorn

Auch Eichhörnchen frieren im Winter. Und mit sinkenden Temperaturen beginnen diese possierlichen Tierchen, ihr Winterquartier zu präparieren. Da kommt ein Knäuel unbehandelte Schafswolle, die meine Frau im Garten ausliegen hatte, gerade recht.

Weihnachtliches Eichhörnchen
Weihnachtliches Eichhörnchen

Mit dieser Wolle im Maul erinnert dieses Eichhörnchen doch schon stark einem Weihnachtsmann (Sollte der Weihnachtsmann vielleicht in Gestalt eines Eichhörnchen auftreten? Wir kennen ja auch den Osterhasen, ist auch ein Tier aus der freien Wildbahn).

Durch diese hohle Gasse …

Das Bremer Schnoor-Viertel hat es in sich: Durch enge Gassen (alles andere als hohle wie bei Tell) schlengeln sich die Schaulustigen (und drängeln sich auch schon mal – wie ich mich mit meiner Frau). Hier kann gut gegessen und getrunken werden. Und natürlich findet der Suchende (und Findende) auch das eine oder andere Geschenk für den sich nahenden Gabentisch. Bargeld (am besten die Kreditkarte) bereithalten – oder: einen großen Bogen um dieses Viertel machen.

Willi und Frau drängeln sich durch den Bremer Schnoor - © Jan Einar Albin
Willi und Frau drängeln sich durch den Bremer Schnoor – © Jan Einar Albin

Manches Gässchen ist sogar so eng, da kommt ein ausgewachsener Mensch nur quer durch. Oder muss eben tüchtig drängeln …

Loriot und Willi

Vorgestern war ich mit meiner Frau und den älteren meiner zwei Söhne, der zu uns aus Mannheim zu Besuch kam, zum Shoppen und mehr in Bremen. Auf dem Rückweg zum Bahnhof kamen wir am Loriotplatz vorbei.

Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow, uns allen eher als Loriot bekannt, verdankt Bremen und durch die Senderreihe Loriot besonders dem dort ansässigen Ferensehsender Radio Bremen seine bundesweite Berühmtheit. Natürlich habe ich ihn auch in diesem Blog den einen oder anderen Beitrag gewidmet.

Willi und Loriots 'Knollennasenmännlein' - © Jan Einar Albin
Willi und Loriots ‚Knollennasenmännlein‘ – © Jan Einar Albin

Am Loriotplatz findet sich eine Parkbank mit einer der bekannten Schöpfungen aus Loriots Hand, dem Knollennasenmännlein. Wie viele solcher Plastiken, so wird natürlich auch diese gern fototechnisch ‚missbraucht‘ (die Parkbank lädt dazu geradezu ein). So planzte auch ich mich neben dieses besagte dreidimensionale, körperhafte Objekt der bildenden Kunst. Okay, all zu gut machte ich mich nicht dabei …

Digitus impudicus – noch 17 Tage bis Ultimo

In der Antike symbolisierte die Geste mit dem gestreckten Mittelfinger (Digitus medius) als Phallussymbol einen erigierten Penis im Sinne einer sexuellen Drohung. Im Mittelalter trugen Ärzte mit dem Mittelfinger Salben auf, weshalb dieser „Digitus medicinalis“, auch Arztfinger genannt wurde. Später wurde daraus der „Digitus impudicus“ („schamloser“ oder „unzüchtiger Finger“), heute bei uns allgemein Stinkefinger genannt. In der bezüglich Beleidigungen und Fluchen fäkalorientierten deutschen Sprache steht nicht so sehr das phallisch Sexuelle, sondern der „exkrementelle Zusammenhang“ im Vordergrund …

Stinkefinger gegoogelt
Stinkefinger gegoogelt

Besonders der letzte Satz ist doch schön formuliert (ist nicht von mir, ist aus dem Internet). Worauf will ich hinaus?

Es gibt nach meiner Meinung drei Arten des Abschieds. Zum einen ist es das tränenreiche Auseinandergehen mit Umarmungen und Winke-Winke, zum anderen das Scheiden im ‚Zorn‘ (mit Stinkefinger!). Die dritte Art liegt irgendwo dazwischen und interessiert mich nicht weiter (feuchter Händedruck und weg).

Willi – noch 17 Tage bis zur Rente
Willi – noch 17 Tage bis zur Rente

Wenn ich Ende Oktober endlich ‚die Kurve kratzen‘ und in den wohlverdienten Ruhestand entfleuchen werde, da werde ich mich natürlich an die Etikette halten, also Hände schütteln, mich mit wohlgemeinten Worten besäuseln lassen, Schulterklopfen und Umarmungen ertragen müssen: Tschüss und ‚Auf Wiedersehen!‘ (nur das nicht!)

Der innere Schweinehund, ich gebe es zu, wird aber den besagten Digitus impudicus emporstrecken: Ihr könnt mich mal … bei einem Blick aus dem Fenster … ein letztes Mal nach Hause gehen sehen!

Noch ist es nicht soweit: Erst einmal habe ich zwei Wochen Urlaub (nein, noch keinen Resturlaub, eine Woche bleibt mir davon noch!), dann kommt der Endspurt: noch sind es 17 Tage bis zu meiner Rente!

Öffentlich-rechtliche Satire: Gar nicht so witzig …

Ja, ich gucke Satire-Sendungen wie Extra 3 und Heute-Show. Aber so richtig belustigt fühle ich mich da nicht mehr. Und eigentlich genügen bereits Nachrichtensendungen, um den Kopf zu schütteln, ein gepresstes Lachen auszustoßen: denn der Wahnsinn geht um! Die Politiker sind die eigentlichen Karikaturen ihrer selbst. Da braucht es solche TV-Satire eigentlich nicht mehr …

Die Anstalt ist zwar auch satirisch, arbeitet aber meist ein bestimmtes Thema auf und bringt dabei Informationen an den Zuschauer, die ansonsten lieber unter den Tisch gekehrt werden. Hier zeigt es sich, in was für einer Welt wir leben: Raffgier, Machtgeilheit, Rücksichtlosigkeit … die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, leider.

Jetzt habe ich einen Artikel (Hoch lebe der Staatshumor) vor mir liegen, der sich äußerst kritisch mit der Bespaßung durch öffentlich-rechtliche Sender auseinandersetzt, wozu eben auch die Sendungen wie Extra 3 und Heute-Show gehören.

Demnach fahren diese TV-Sender mit einer kunterbunten Parade aus Komikern, Witzeerzählern und Hofnarren auf und, jetzt kommt es, mit ein paar politischen Kabarettisten im Alibimodus. So gibt es viele neue Kleinkünstler, die durch das Fernsehen die Chance sehen, möglichst schnell groß raus zu kommen. Diese Dieter Nuhrs, Mario Bahrs und wie sie alle heißen, dieses Kabarett für die breite Masse mit seiner heiteren Weltendeutung hat natürlich mit Satire im eigentlichen Sinne nichts zu tun.

Hoch lebe der Staatshumor
Hoch lebe der Staatshumor

In dem genannten Artikel beschreibt der Münchener Bruno Jonas das Phänomen des intellektuellen Seichtgebietes so:

Es gibt ja in diesem Land zur Zeit ein großes Bedürfnis nach Empörung. Und nicht wenige Kollegen gefallen sich mächtig in der Rolle eines moralisch hochstehenden Empörungsdienstleisters. Ich bezeichne dieses paradoxe Auftreten, also die Pose aus maximaler Anklage und minimalster Konsequenz als einen moralischen Populismus.

Und so bekommen sie alle ihr Fett weg, ob sie Christian Ehring (Extra 3), Oliver Welke (Heute-Show) oder Caroline Kebekus heißen. Im Fernsehen ist „vom Mut und Geist eines Hildebrandt, von der wahrhaftigen Anarchie eines Schramm oder der erhellenden Kraft eines Pispers […] hier weit und breit nichts zu verspüren.“

Bleibt da eigentlich nur noch ‚die Anstalt‘ der Herren Max Uthoff und Claus von Wagner. Uthoff wundert sich selbst, dass seine Sendung bisher im ZDF überlebt hat (wenn auch zur nachtschlafenden Zeit ausgestrahlt):

„Dass wir nicht zensiert werden, kann man auf vielfache Weise interpretieren: Entweder das System ist so sattelfest, dass Kritik die Mächtigen nicht mehr groß juckt. Oder wir sind so zahm, dass „die da oben“ keine echte Feindschaft erkennen. Oder wir sind in unserer Kritik handwerklich so gut, dass man uns die Plausibilität einer anderen Sichtweise zugesteht. Oder man fürchtet auf den oberen Ebenen bei Bekanntwerden von inhaltlichen Direktiven eine Art öffentliche Empörung.“

Übel über’ge’rascht?! – und nur noch 20 Tage bis Buffalo

Ein Schrei …!!! Was ist mit Willi los? Sollte er etwa ‚Nachschlag‘ bekommen und weiter dieser trostlosen Tätigkeit namens ARBEIT nachkommen müssen? Vielleicht bis zum ‚Abwinken‘? Nein, weit gefehlt …!

Willi – noch 20 Tage bis zur Rente
Willi – noch 20 Tage bis zur Rente

Alles nur gestellt! Die ARBEIT liegt im wahrsten Sinne des Wortes (so gut wie) hinter mir. Nur noch lausige neunzehn Mal ungewollt früh aufstehen (heute ist ja mein zwanzigletzter Arbeitstag, ich bin also schon auf … und auf Arbeit …). Danach wird jedes weitere frühe Aufstehen zum Genuss, zur Freude, zur Wohltat! Da werde ich der Lagerstätte, der Koje, der Heia (heiapopeia!) schwungvoll entschweben, um mich wie ein Regent dem Tage zu widmen. Ab dann bin ich der Herr meiner Tage!

Da können mich nicht schon am frühen Morgen die lieben (Ex-)Kolleg*innen mit dummen Fragen übel überraschen. Da muss ich mich nicht mit Problemen herumschlagen, die nicht die meinen sind.

Noch 20 Tage bis Buffalo, noch 20 Arbeitstage zähle ich bis zur Rente (19 und den Rest von heute)!

Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2020

In der Weltrangliste (Männer) des Weltfußballverbandes FIFA ist die deutsche Mannschaft auf Platz 15 (innerhalb Europas auf den 9. Platz) zurückgefallen (Stand: 25.07.2019). Und die Niederlage gegen die Niederlande (zz. noch auf Platz 16) bei der Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 dürfte dazu beitragen, dass das Team noch weiter abrutscht. Natürlich ist diese Rangliste mit Vorsicht zu genießen. Aber im Grunde stimmt es eben doch: Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer zählt nicht mehr zu den Spitzenteams.

Die Zeiten, da Deutschland bei der Vergabe von Titeln, ob nun bei der Europa- oder Weltmeisterschaft, ein Wörtchen mitreden konnte, sind vorerst vorbei. Da nützt es auch wenig, endlich vermehrt junge Spieler zum Einsatz kommen zu lassen. Okay, bei den Spielen gegen die Niederlande und gegen Nordirland fehlte ein Leroy Sané, der sicherlich das eine oder andere Tüpfelchen hätte setzen können.

    Deutscher Fußball-Bund © DFB
    Deutscher Fußball-Bund © DFB

Wie konnte es dazu kommen? Sicherlich haben andere Länder ‚aufgeholt‘ und haben u.a. die Nachwuchsförderung verstärkt. Hier mangelt es inzwischen in Deutschland leider wieder.

Nehmen wir das Spiel gegen die Niederlande, das im Hamburg mit 2:4 verloren ging, da es ziemlich symptomatisch ist. Die deutsche Mannschaft wollte früh Druck ausüben, wirkte aber auf mich dabei eher hektisch. Bundestrainer Löw hatte wie im Hinspiel auf ein 3-4-3-System gesetzt, das bei gegnerischem Ballbesitz zum 5-2-3 wurde, um das Zentrum zu verdichten. Die Niederlande wurden erst an der Mittellinie im Aufbau gestört. Dazu kam eine eher vorsichtige Taktik mit wenig Ballbesitz, sodass die Wege zum niederländischen Tor nach Ballgewinn zu weit waren. Alles war ein bisschen zu weit weg, ein bisschen zu spät, ein bisschen zu nachlässig. Und einige Abwehrspieler hatten Probleme mit den schnellen, wendigen Spielern.

So gut viele Spieler in ihren Vereinsmannschaften sein mögen, im Nationaltrikot erreichen sie oft nur Mittelmaß (z.B. Marco Reus und Timo Werner). Löw hat sicherlich nicht ganz Unrecht, wenn es meint, dass sich die Mannschaft noch vermehrt ‚einspielen‘ muss.

Nun gegen die biestig auftretenden Nordiren gelang gestern Abend ein 2:0-Sieg, wenn auch ziemlich mühevoll. Damit dürfte die Qualifikation zur EM 2020 so gut wie sicher sein. Zur Rückkehr an die Weltspitze fehlt es aber weiterhin an Kontinuität.

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Vereinsebene. Das Abschneiden der deutschen Vereinsmannschaften auf europäischer Ebene war nicht gerade glorreich. Lediglich die Eintracht aus Frankfurt konnte sich bis ins Halbfinale der Europa League spielen und unterlag dort knapp erst im Elfmeterschießen gegen den späteren Gewinner dieses Wettbewerbs, dem FC Chelsea. Die Frankfurter zeigten dabei die Leidenschaft, die den anderen deutschen Mannschaften oft abgeht.

Sicherlich haben sich die Bayern und die Dortmunder Borussia für die neue Saison für viel Geld verstärkt. Aber (besonders bei den Bayern) sind es gestandene ausländische Spieler. Und wenn es Nachwuchsspieler sind, dann solche, die bei anderen Vereinen ausgebildet wurden.

Ich bin gespannt, wie es in der Bundesliga, die gegenüber den Ligen in Spanien und in England spielerisch und besonders finanziell stark an Boden verloren hat, vorangeht. Gespannt darf man sein, wie sich die Vereinsmannschaften in den europäischen Wettbewerben schlagen werden. Und wie das sich auf die deutsche Nationalmannschaft auswirkt.

Damals vor 12 ½ Jahren – und jetzt nur noch 22 Tage bis Buffalo

Jeeha! Wieder ‘n Jahr näher an der Rente!
Jeeha! Wieder ‘n Jahr näher an der Rente!

Dieses Bild schenkte mir der ältere meiner beiden Söhne zum 53. Geburtstag. Das ist nun schon wieder 12 ½ Jahre her. Damals war ich schon froh, ausrufen zu können: Jeeha! Wieder ‘n Jahr näher an der Rente!

Damals, es war im Februar 2007, konnten wir noch davon ausgehen, dass ich mit 65 Jahren in Rente gehen werde. Aber es war schon ‚etwas im Busch‘! Und mit dem 20. April 2007 wurde dann das so genannte Gesetz zur Anpassung der Regelaltersgrenze an die demografische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung – etwas kürzer: RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz (BGBl. I 2007, S. 554) beschlossen, das eine Anhebung der Regelaltersgrenze von 2012 an bis zum Jahr 2029 stufenweise auf 67 Jahre vorsieht. Für mich bedeutet das: acht Monate dranhängen!

Von diesen acht Monaten habe ich inzwischen über sechs ‚abgearbeitet‘ und nach Abzug von Wochenenden und Urlaubstagen ‚nur‘ noch 22 Tage zu arbeiten – oder besser: 21 Tage und den Rest von heute!

Im Fadenkreuz von F a c e b o o k

Ja, ich weiß: Ich bin ein ‚schlimmer Finger‘! Aber bin ich deshalb schon einer, der Menschen aufgrund „ihrer ethnischen Zugehörigkeit, nationalen Herkunft, Kaste, ihrer Religionszugehörigkeit, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Geschlechts oder ihrer Geschlechtsidentität“ angreift?

Facebook hat diese „Standards zu Hassrede“ aufgestellt. Und das ist auch gut so. Gegen diese Gemeinschaftsstandards zu Hassrede soll ich nun verstoßen haben. Angeblich am 23. April 2013 hatte ich mich über zwei deutsche Sportler lustig gemacht, die sich im Wettkampf um die Medaillen in der nordischen Kombination Großschanze bei der Olympiade 2014 (sic!) in Sotschi beim Zieleinlauf gegenseitig behindert hatten und damit der Konkurrenz die Medaillen überließen. Ich schrieb da von „dusseligen Deutschen“.

Willi im Fadenkreuz von   F a c e b o o k
Willi im Fadenkreuz von F a c e b o o k

Die beiden Sportsleute aus Deutschland werden sich wohl selbst geärgert und sich selbst weitaus mehr als nur als ‚dusselig‘ bezeichnet haben. Natürlich kann und muss mein Kommentar im Kontext gelesen (und verstanden) werden: Ich habe die beiden Nordischkombinierer allein ihrer Selbsteliminierung wegen für dusselig ‚angegriffen‘ (selbst das ist zu viel der ‚Ehre‘, lächerlich gemacht ist zutreffender) und eigentlich nicht wegen ihrer „nationalen Herkunft“ (das diente gewissermaßen nur zur Information, es hätten z.B. auch Norweger sein können).

Nun, der betreffende Post wird nicht mehr bei F a c e b o o k angezeigt. Sei es drum, denn der stammt vom 19.02.2014 (woher das referierte Datum: 23. April 2013 kommt, weiß der Geier) und den liest sowieso kein Mensch mehr. Dass F a c e b o o k fünf ½ Jahre brauchte, um den ‚Verstoß‘ festzustellen, ist schon merkwürdig (und im Zusammenhang mit dem falschen Datum frage ich mich, ob da nicht sogar technisch etwas schief gelaufen ist, denn sicherlich prüft kein Mensch solch alte Posts, das kann nur ein Bot gewesen sein).

Des Weiteren wurde ich gefragt, ob ich die Entscheidung (die Nichtanzeige des Posts) akzeptieren oder eine Überprüfung beantragen werde. Ich habe mich auf die Schnelle für ‚akzeptieren‘ entschieden (vielleicht ein Fehler!).

„Sollten künftig Inhalte, die du postest, nicht unseren Standards entsprechen, kannst du ggf. für das Posten oder Kommentieren deaktiviert werden.“

Ich finde es schon interessant, wie F a c e b o o k „arbeitet“. Anhand meines Falles lässt sich einiges ablesen: Da wird weit in die Vergangenheit hinein geprüft (was grundsätzlich in Ordnung ist); da wurde ein Algorithmus implementiert, der Begriffe wie z.B. ‚dusselige Deutsche‘ als despektierlich filtert und dann rügt, den Kontext des Posts aber nicht zu prüfen im Stande ist (hier hätte vielleicht eine Überprüfung durch Menschenverstand geholfen).

Also, Jungs und Mädels, seid zukünftig in den sozialen Medien (und auch sonst) respektvoll Euren Mitmenschen gegenüber, ich werde mir Mühe geben, es auch zu sein (demnächst poste ich nur noch Katzenbilder 😉 ).