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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

16 Jahre Willizblog

Ich habe nichts gegens Feiern. Manche haben zum Feiern ja immer einen Anlass. Ich gehöre zu denen, die keinen Anlass brauchen. Und gibt es einen Anlass, dann komme ich eher ohne Feier aus. Corona hin, Corona her. Auch ohne Corona würde ich heute aufs Feiern verzichten. Aber erwähnt möchte ich es doch haben: heute vor 16 Jahren habe ich diesen Blog eröffnet. Damals sicherlich mit der Gewissheit, 16 Jahre später NICHT einen solchen Beitrag schreiben zu können. Ihr versteht, was ich meine?!

    Willi in WilliZ Welt - schottlandmäßig
    Willi in WilliZ Welt – schottlandmäßig

Nun also keine Glückwünsche und keine ‚Dankesbekundungen‘. Ich mache das hier zu meinem eigenen Vergnügen, gewissermaßen als Training für den Kopf. Und auch manchmal, um ‚Luft abzulassen‘. Und wenn sich der eine oder die andere hin und wieder zu meinen geistigen Ergüssen per Kommentar äußert, so soll es mir Recht sein. Besonders dann, wenn es in meinem Sinne ist. Ich hoffe, Ihr versteht auch das …

siehe auch: 60 Jahre Willi – 9 Jahre Willizblog

Wenn ein Haus auf Reisen geht …

Das sieht man nicht alle Tage: Auf den Bundesstraßen 75 und 3 im Landkreis Harburg ist letztes Wochenende ein seltener Umzug zu sehen. Ein 50er-Jahre-Bau wird per Schwertransport ins Freilichtmuseum am Kiekeberg gebracht.

Seit Mitte der letzten Woche war das Siedlungshaus aus Tostedt in Bewegung. Zunächst haben Experten es am Mittwoch mithilfe von hydraulischen Pressen angehoben, auf einem Transportfahrzeug mit eigenem Antrieb positioniert und von dort auf den Schwertransporter geladen, wie das Museum mitteilte. Am Freitag stand der acht Meter breite Tieflader einen Tag auf der B75 bei Kakensdorf. Grund war laut Museum eine Pause für die Fahrer. Der Verkehr wurde währenddessen über die angrenzenden Parkplätze umgeleitet. Sonnabend ging es dann auf den 22 Achsen weiter Richtung Rosengarten. „Der Wetterumschwung ist eine echte Herausforderung“, wie Polizeisprecher Jan Krüger sagte. Die verschneiten Straßen hätten zunächst geräumt werden müssen. Am Abend sollte das Haus das Museumsgelände erreichen.

Siedlungshaus wird Teil der „Königsberger Straße“

Einen derart aufwendigen Transport organisiert das Museum nicht zum ersten Mal. Für das Projekt „Königsberger Straße. Heimat in der jungen Bundesrepublik“, baut es einen Straßenzug mit fünf Originalgebäuden auf. Das erste war den Angaben zufolge vor zwei Jahren eine Tankstelle aus den 50er-Jahren, im vergangenen Jahr kam ein Siedlungsdoppelhaus hinzu. Am vergangenen Sonntag sollte dann der Ziegelbau aus Tostedt auf seinen neuen Keller gesetzt werden. Das Besondere an dem Haus ist laut Museum, dass es nahezu im Originalzustand sei. Nach dem Bau 1955 sei es bis 1963 erweitert und danach nicht mehr verändert worden. Errichtet hat es seinerzeit ein Ehepaar, das aus Ostpreußen in die Region geflohen war.
(Quelle: ndr.de)


Ungewöhnlicher Schwertransport: Haus rollt über die Straßen

Weitere Infos und Fotos siehe kiekeberg-museum.de

Querbeet (11): Neues von alten Männern

Das Fell des Bären

Bekanntlich soll man das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist: Wenn schon nicht Parteichef, dann eben Bundesminister: Dass Friedrich Merz nach Höherem strebt, hat er oft gesagt. Nun würde er gerne Wirtschaftsminister werden. Doch Kanzlerin Merkel, die Merz schon vor Jahren den Laufpass gegeben hatte, lehnt eine Kabinettsumbildung ab. So hofft der gute Mann natürlich auf spätere Zeiten, um nach der Bundestagswahl im Herbst diesen Jahres in einem Kabinett Laschet (oder Söder oder …?) den angestrebten Posten zu erringen. Die Wahl ist zwar noch lange nicht gelaufen, aber über Pöstchen kann man (Merz) ja schon einmal verhandelt.

.... querbett

Das Lieblingsspielzeug weggenommen

Lukaschenko, Präsident Belarus‘ von eigenen Gnaden, liebt Eishockey. Und freudestrahlend empfing er vor einigen Tagen den Präsidenten der Eishockey-Föderation IIHF, René Fasel, um ihn vor laufender Kamera freundschaftlich zu umarmen. In Corona-Zeiten nicht gerade das richtige Signal, auch wenn beide die CoVid-19-Infektion bereits überstanden haben. Es ging um die Ausrichtung der Eishockey-Weltmeisterschaft 2021, die ab 21. Mai in Riga, Lettland, und Minsk, Belarus, stattfinden sollte.

Da aufgrund der Menschenrechtslage in Belarus verschiedene Sponsoren mit Rückzug drohten, hat der IIHF entschieden, wegen „wachsender Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit den zunehmenden politischen Unruhen sowie Covid-19“ die WM nicht wie geplant in Minsk abhalten zu lassen.

„Das ist ein schwerer Schlag für den Diktator und sein Image“, sagte der belarusische Menschenrechtsaktivist Ales Bialiatski dem SID. Lukaschenko hätte die WM nur zu gerne für seine Politik benutzt, betonte der mit dem „Alternativen Nobelpreis“ (Right Livelihood Award) ausgezeichnete Bialiatski: „Es ist ein bisschen so, als nimmt man einem Kind das Spielzeug weg.“

Bereits zuvor hatte das Internationale Olympische Komitee den belarusischen Machthaber Alexander Lukaschenko von allen olympischen Aktivitäten einschließlich der Sommerspiele in Tokio ausgeschlossen.

Potus, ab in den Lokus – oder: Von weiteren Fellen

US-Präsident Trumps Stunden sind gottlob gezählt. Der alte Potus (President Of The United States) geht (ab in den Lokus mit ihm), der neue Potus kommt (heute ist bekanntlich Joe Bidens Amtseinführung). Nein, ich schreibe nichts mehr über diesen trotz Reagan, Bush Vater und Bush Sohn schlechtesten Präsident der USA. Seine Felle haben längst begonnen, davon zu schwimmen. Ich hoffe nur noch, das er bald im Knast landet. Schön wäre das. Aber vielleicht begnadigt er sich als letzte Amtshandlung selbst prophylaktisch. Würde zu ihm passen. Bannon hat er ja bereits begnadigt. Die Begnadigung Bannons ist deshalb bemerkenswert, weil der frühere Chefstratege zwar angeklagt ist, allerdings bislang nicht verurteilt. In der Regel begnadigen US-Präsidenten vor allem bereits Verurteilte.

Imaginäre Interviews (01): Willi Kojote, Schamane

I[nterviewer]: Willi Kojote, wie muss ich Sie ansprechen: Mit Namen oder mit Schamane?
W[illi Kojote]: Sagen Sie ganz einfach: Willi! Beim ‚Sie‘ dürfen Sie aber gern bleiben.

Imaginäre Interviews
Imaginäre Interviews

I: Was habe ich unter Schamane zu verstehen? Soviel ich weiß, ist ein Schamane einer mit heilenden Kräften, der die Verbindung zur Geisterwelt herzustellen versteht, oder?
W: Das Wort Schamane kommt aus der mandschu-tungusischen Sprache und bedeutet „jemand, der weiß“. Sie haben schon Recht: ein Schamane ist, wenn Sie so wollen, ein spiritueller, vielleicht auch religiöser, meist ein heilerischer, vor allem aber ein ritueller Spezialist, dem magische Fähigkeiten zugesprochen werden

I: Sie besitzen also magische Kräfte?
W: Nicht mehr als Sie!

I: Einen Schamanen stellen wir uns immer als Mann im biblischen Alter vor. Wie alt sind Sie eigentlich, wenn ich fragen darf?
W: In wenigen Tagen werde ich 267. [Pause]. Nein, ist ein Witz. Ich werde 67. Ist ja auch schon fast biblisch, oder?

I: Um Schamane zu sein, muss dieser dort gewisse Qualifikationen besitzen, bzw. eine entsprechende Ausbildung absolviert haben.
W: Das Leben ist Ausbildung genug. Wer in meinem Alter nicht die notwendige Reife erlangt hat, wer nicht den nötigen Abstand zu den Aufgeregtheiten der Zeit besitzt, der wird sich natürlich nicht zum Schamanen eignen. Aber da sind erfahrene Menschen genug, die sich zu diesem Amt eignen, ohne es zu wissen.

Willi Kojote, der Schamane
Willi Kojote, der Schamane

I: Das klingt etwa so, als könnte man sich selbst zum Schamanen erklären.
W: Könnte man, machen ja in diesen Tagen auch viele …

I: Sie sprechen da den Schamanen mit den Büffelhörnern an, der mit Gesinnungsgenossen das Kapitol in Washington besetzt hatte.
W: Der ist gerade halb so alt wie ich und denkt, die eben angesprochene Reife bereits erlangt zu haben. Ein Wicht ist das. Allein dadurch, dass er sich eine indianische Schamanen-Kopftracht mit Bisonhörnern und Kojotenfell mit zwei Schwänzen anlegt, ist er noch lange kein Schamane. Hinter diesem bison man, wie man diesen armseligen Menschen auch nennt, verbirgt sich ein aufgeblasener Dummkopf, der nur nach Aufmerksamkeit heischt, der ersten Stufe der Egomanie. Es folgen Geldgier und dann Machtbesessenheit. Trump hat übrigens die letzte Stufe erreicht.

I: Was macht dann einen Schamanen aus?
W: Ein Schamane ‚wirkt‘ wie ein Medikament. Medizin allein heilt nicht. Wenn der Körper nicht mitspielt – Stichwort: Selbstheilungskräfte des Körpers -, dann wird das nichts. So wie jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch anderen Menschen durch Rat und Tat helfen kann, so versucht auch ein zum Schamanen Tauglicher zu helfen.

I: Das klingt ganz normal und hat wenig mit Handauflegen, Verabreichung von Kräutersäften und ähnlichem zu tun. Dinge, die wir eigentlich mit einem Schamanen in Verbindung bringen.
W: In erster Linie braucht ein Schamane das, was wir gesunden Menschenverstand nennen. Die Handlungen, die Sie eben nannten, können den Heilungsprozess unterstützen, sind aber nicht vorrangig wirksam.

I: Gesunder Menschenverstand?
W: Ich weiß: Leider ist dieser dank unserer Politiker, die sich immer wieder auf ihn berufen,
längst verpönt.Aber ich glaube an ihn. Er geht einher mit Logik. Was nicht Ergebnis einer
vernünftigen Schlussfolgerung ist, was nicht Bestand hat vor ordnungsgemäßem Denken, das taugt nichts, auch wenn es gut gemeint ist.

I: Demnach war z.B. Albert Einstein so etwas wie ein Schamane, oder?
W: Ohne Zweifel. Sein logisches Denken diente nicht nur naturwissenschaftlichen Entdeckungen und Erfindungen, sondern ermöglichte ihm auch Einsichten im Alltäglichen, wie wir sie uns vor allem von den Personen wünschen, die meinen, über uns bestimmen zu können, z.B. Politiker.

I: Ich danke Ihnen für dieses aufschlussreiche Gespräch.
W. Ich habe zu danken!

Kurz und spitz (10): Vorgedrängelt

    In der Skisaison ist es wie im Sozialismus: Man muss anstehen und an den Fortschritt glauben. Wie man sich erfolgreich vordrängelt, bleibt aber auch in anderen Monaten des Jahres eine wertvolle Kulturtechnik. Zum Beispiel, wenn man nach dem Opernbesuch schnell ein Taxi erwischen will oder nach dem Fussballmatch das nächste Tram.
    NZZ am Sonntag

Aber:

    Wer kennt sie nicht – die Leute, die sich immer vordrängen und doch nie vorn sind.
    Johannes Gross

Kurz und spitz: Vorgedrängelt
Kurz und spitz: Vorgedrängelt

Ich bekenne mich schuldig: Auch wenn es jetzt über ein Jahr her ist, aber ich gehörte auch zu diesen Dränglern. Aber was ist eigentlich schlimmer: Die drängeln oder die, die immer im Weg stehen?

Mir ging es nicht darum, erster, ganz vorn zu sein. Am frühen Morgen, wenn ich mich auf dem Weg zur Arbeit machte, mich zeitig zum Ausgang im Nahverkehrszug begab, um diesen möglichst schnell zu verlassen, damit ich noch meinen Anschlusszug bekomme: Der Bahnsteig ist brechend voll. Da hilft nur, sich durchzuschlängeln. Und dann die Rolltreppe: blockiert durch zwei geschwätzige, aber für mich taube Gestalten! Ich will nicht drängeln, aber der Zug wartet nicht …

Oder zum Feierabend hin: Am Hauptbahnhof ankommend wird die Tür in der S-Bahn von einem Typen versperrt, der unbedingt noch per Handy ein Telefonat führen muss. Überhaupt oben auf dem Verbindungssteg die auf ihre Smartphones stierenden Käuze, die sich genau dann mir in den Weg stellen, wenn ich sie überholen will?!

Zwangsläufig wurde ich da zum Drängler, zum Hinwegschubser: Step aside, aus dem Weg, ihr Narren, der Meister hat es eilig!

Kurz und spitz (09): Gute Vorsätze

    Was hatte ich mir alles vorgenommen. Meine zahlreichen Vorsätze in Blei gegossen, nur um dann 12 Monate später bei Pizza und Wein festzustellen, dass das mit dem Fitness-Abo noch immer nicht so richtig geklappt hat. Was mich angeht, ich habe mir für das Neue Jahr nichts anderes vorgenommen, als mich öfters zu langweilen.
    Lea Hagmann
    Gute Vorsätze haben etwas Fatales: sie werden immer zu früh gefasst.
    Oscar Wilde

Gewissermaßen als Erkenntnis aus all den nicht umgesetzten Vorsätzen:

Kurz und spitz: Gute Vorsätze
Kurz und spitz: Gute Vorsätze

Ja, die guten Vorsätze, die wir fürs Neue Jahr fassen. Was schief gehen kann, geht schief. So schrieb ich vor einigen Jahren das Folgende:

Ein neues Jahr beginnt bei vielen mit guten Vorsätzen: endlich den Winterspeck loswerden, endlich etwas mehr für die Gesundheit tun. Ich habe mir diese an den Beginn eines neuen Jahres gebundenen Wunschphantasien längst abgewöhnt. Vorsätze sind bekanntlich dazu da, sie schnell wieder zu vergessen. Ich schrieb bereits einmal darüber. Wer einen guten Vorsatz realisieren will, muss sich diesen Vorsatz jeden Tag aufs Neue vor Augen führen (nicht nur am 1. Januar). Und so mühe ich mich jeden Tag aufs Neue, Geduld zu haben, Gelassenheit zu wahren und mit Ruhe die Aufgaben des Tages anzugehen. Aber das ist schon eine Überlebensstrategie und hat mit Vorsätzen wenig gemein.

Frohe Weihnachten 2020 und einen guten Rutsch ins Neue Jahr

 

 

 

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2021

Oh je, ist es schon wieder soweit? Wie die Zeit vergeht … Alle Jahre wieder um diese Zeit: Allen Freunden, Bekannten, Verwandten und Besuchern meines Weblogs wünsche ich ein geruhsames Weihnachtsfest 2020 und einen gelungenen Start ins Neue Jahr 2021. Mag das Corona-Virus auch viele unserer Pläne in diesem zu Ende gehenden Jahr durchkreuzt haben. So lassen wir uns trotz der auferlegten Beschränkungen die Laune nicht vermiesen. Bleibt gesund! Bleibt negativ! Es kann nur besser werden …

Mögen die Geschenke zahlreich, besonders aber sinnvoll sein, die Weihnachtsgans nicht allzu fett und der Tannenbaum feuerfest.

Fliegender Weihnachtsmann

Fröhliche Weihnachten 2020 - Euer Willi

Fliegender Weihnachtsmann

… zu guter Letzt auch noch ein kleines Weihnachtsvideo:


Frohe Weihnachten /Merry Christmas 2020

Weihnachtliche Ferkelei

Ach ja, das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Auch wenn durch Corona die Weihnachtseinkäufe im Gewühle der Kaufhäuser seit Tagen unterbunden sind – wir haben uns eben online eingedeckt – der Festbraten ist bestellt, zu Heiligabend wird er abgeholt und landet dann am 1. Weihnachtstag in den Ofen. Wir sind auch dieses Jahr gut vorbereitet.

Eigentlich bin ich nicht der große Weihnachtsliebhaber. Schön, dass die Söhne zum Fest kommen (die Corona-Regeln erlauben das gerade noch), aber eigentlich bin ich dafür, zu einem anderen Termin – unabhängig von der Jahreszeit – die Sau bzw. das Ferkel rauszulassen. Freitag, der 13. wäre nicht schlecht, dann hätte wir auch noch das Wochenende (also wie Weihnachten zwei ½ Tage). 2021 wäre das im August, da ist es noch herrlich warm, wir könnten draußen feiern (und das Ferkel grillen).

Weihnachtsbaum bei Albinz
Weihnachtsbaum bei Albinz

Apropos Ferkel:

Unser Weihnachtsfest, das beginnt schon im Maien,
dann wird das Ferkel gemästet im Freien.
Es grunzt und es schmatzt und es frißt sich satt
und wenn’s im November gefroren hat.

 
Ferkel! Du wirst nun abgeknallt.
Ferkel! Weihnachten kommt schon bald.
Ferkel! Der Onkel trinkt dein Blut.
Ferkel! Wir feiern frohgemut.

 
Ahnungslos räkelt sich der gemästete Eber.
Ein Schaudern läuft mir über die Leber.
Mein Bruder wetzt schon sein Messerlein.
Bald trennen sich Fleisch und Gebein vom Schwein.

 
Ferkel! Wir brauchen Pökelsalz
Ferkel! für zarten Schweineschmalz.
Ferkel! Komm in die Ofenglut.
Ferkel! Dein Hinterteil schmeckt gut.

 
Im Gewühle der Kaufhäuser sucht man Geschenke,
drängelt mit dem Ellbogengelenke.
Wer das aber sieht, der guckt lieber weg:
Hier wälzt sich der Mensch im eignen Dreck.

 
Ferkel! Wie Papa kaut und kaut
Ferkel! das ist schon halb verdaut.
Ferkel! Dein Leben endet grad’
Ferkel! im Magensäurebad.

Unser Schinken, der schmort bei Oberhitze
während ich vor dem Backherd sitze.
Ich brate bei zweihundertfünfzig Grad,
Weihnachten kenne ich keine Gnad’.

 
Ferkel! Nun schneide Schinken ab.
Ferkel! Der Gürtel wird schon knapp.
Ferkel! Das Leben ist so kurz
Ferkel! und endet doch als Furz.

 
Weihnachtskarpfen, Weißwurst, Puter und Schinken,
Braten, Süßes und Schnäpse zu trinken.
Man erkennt, wenn das Fest dann vorüber ist:
Der Mensch ist wirklich, was er ißt.

M. A. Numminen & Juice Leskinen : Ferkel

Das Gedicht entstammt einem Ratgeber für Weihnachtsverächter, Weihnachtsvermeider und heimliche Weihnachtsliebhaber, deren Liebe einseitig blieb: „Das wüste wilde Weihnachts-Buch“

Apropos Finnland:

In den letzten Tagen habe ich zwei ältere Filme des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki gesehen: Ariel aus 1988 und Der Mann ohne Vergangenheit aus 2002. Besonders der letzte Film hat es mir angetan und kommt in die Top 100 meiner liebsten Filme.

Mord und Totschlag zu Weihnachten

    Leise tröpfelt das Blut,
    still und starr steht dir gut,
    purpurrot glänzet der Wald:
    Fürchte dich, dein Tod kommt bald …

In der besinnlichen Adventszeit wird quer durch die deutschsprachigen Lande vergiftet, gemeuchelt und verscharrt. Jeweils 24 hochkarätige Krimiautoren packen die Rute aus, bis der Christbaum die Nadeln verliert. Und dabei segnen nicht nur Gänse und Karpfen das Zeitliche.

Tödliche Weihnachten: jeweils 24 Weihnachtskrimis aus dem Hause Knaur
Tödliche Weihnachten: jeweils 24 Weihnachtskrimis aus dem Hause Knaur

Ich wünsche eine mörderisch gute Weihnachtszeit. Für kurzweilige Krimilektüre ist es nie zu spät. Und es kommen ja auch noch die Tage zwischen den Jahren, die wir lieber gern hinterm Ofen sitzend verbringen als uns draußen den Arsch abzufrieren.

Winteranfang 2020

Heute Punkt 14 Uhr 30 beginnt der Winter. Noch scheint die Sonne bei uns, aber am Nachmittag soll es dann wieder regnen. Und zu Weihnachten sind die Aussichten eher gemischt: Von Schnee (auf Wunsch eines einsamen Herrn bei Petrus bestellt) keine Spur. So mag uns ein Gedicht von Heinz Erhardt eine Schneeflocke ins Gehirn rieseln lassen …

Heinz Erhardt
Heinz Erhardt

Überlistet

Wenn Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich sich verkürzen,
wenn Amsel, Drossel, Fink und Meisen
die Koffer packen und verreisen,
wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir versäumten zu zerdrücken,
von selber sterben – so glaubt mir:
es steht der Winter vor der Tür!

 
Ich lass ihn stehn!
Ich spiel ihm einen Possen!
Ich hab die Tür verriegelt
und gut abgeschlossen!
Er kann nicht rein!
Ich hab ihn angeschmiert!
Nun steht der Winter vor der Tür –
und friert!

Bleibt negativ!

Jetzt zur Weihnachtszeit schwappt also die 2. Coronawelle über uns: Übrigens wie von Herrn Drosten bereits im April prognostiziert. Womit die Politik wieder einmal ihr Versagen dokumentiert. So hieß es u.a. lange Zeit, Weihnachten, wenn wir benügend Rücksicht nähmen, könnte fast wie in alten Zeiten gefeiert werden. Nun, dürfen wir gerade vier Personen zusätzlich zu den Personen unseres Haushaltes einladen, wenn diese eng mit uns verwandt sind. Immerhin schaffen wir es so, Heiligabend mit unseren beiden Söhne samt Anhang zu feiern.

Ja, das Corona-Virus hat unser Leben verändert. Jetzt geht das Jahr 2020 zu Ende und das Beste daran ist, dass es zu Ende geht. Das Virus hat vor allem aber auch unseren Sprachgebrach verändert. Da gibt es Sprüche, die vor einem Jahr undenkbar waren bzw. ihrem Sinn nach eine andere Bedeutung hatten. Hier die Corona-Sprüche des Jahres 2020, wie sie in der Sendung extra 3 vom 03.12.2020 vorgestellt wurden. Natürlich nötigt uns das sicherlich ein Lächeln ab:

Platz 10: Entschuldigung, Ihre Nase guckt raus.
Platz 9: Lass uns doch mal auf ein Abstandsbier treffen.
Platz 8: Am Wochenende war ich bei einer Zoom-Party.
Platz 7: Mama, wann darf ich wieder in die Schule?
Platz 6: Du willst nach Passau? Das ist Hochrisikogebiet!
Platz 5: Ich hör dicht nicht. Du hast dein Mikro nicht an.
Platz 4: Wie viele Haushalte sind wir denn?
Platz 3: Nicht mit der Oma spielen, die stirbt sonst.
Platz 2: Kennt ihr noch einen anderen guten Händewasch-Song?
Platz 1: Du willst doch zur Bank – vergiss deine Maske nicht!

Willi besucht seine Bank
Willi besucht seine Bank

Mein Lieblingsspruch kommt hier leider nicht vor. Mit diesem grüße ich Euch und wünsche noch schöne Adventstage: Bleibt negativ!– d.h.: Bleibt gesund!

Nachtrag vom 17.12.2020:
Willi ist negativ! - Bleibt auch negativ!
Willi ist lt. Corona-Warn-App negativ! – Bleibt auch negativ!